Sicher und sauber durch die Turniersaison Drucken
Neuigkeiten aus Medizin und Forschung

Fairer Sport FNDie übergeordneten Ziele des Turniersports sind Tierschutz, Chancengleichheit und Unfallverhütung. Insbesondere die Bestimmungen der neuen Anti-Doping und Medikamentenkontrollregeln, kurz ADMR 2010, dienen dazu, diesen Zielen gerecht zu werden. Mit den neuen Regeln, die Bestandteil der Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO) sind, wird national eine verbindliche Basis geschaffen, damit alle den Pferdesport als fairen Sport, frei von Doping und von der Anwendung verbotener Substanzen, betreiben können. Die aktuellen ADMR gelten vom 28. April 2010 bis zum 27. April 2011. Ab dem 28. Apr. 2011 gilt dann die neue ADMR!

 

Zur Behandlung einer Erkrankung gibt es häufig eine ganze Reihe unterschiedlicher Medikamente. Je nach Zusammensetzung unterscheiden sie sich in ihrer Wirksamkeit. Manche sind hoch effektiv, enthalten aber Substanzen, die mit einer langen Karenzzeit verbunden sind und damit einen Wettkampfstart weit nach hinten verschieben. Andere Produkte, mitunter nicht ganz so wirksam, werden schneller abgebaut und lassen einen früheren Wiedereinstieg ins Wettkampfgeschehen zu.

Grundsätzlich sollte jedoch gelten: Das Pferd ist mit den effektivsten Mitteln zu behandeln, auch wenn dadurch ein zeitnaher Turnierstart unter Umständen nicht möglich ist. Das Wohl des Pferdes steht an erster Stelle und nicht dessen Nutzbarkeit. Die Wahl von nicht wirklich wirksamen "alternativen" Mitteln zur Behandlung oder gar der Verzicht auf eine Behandlung mit dem Ziel, möglichst schnell wieder auf einem Turnier starten zu können, ist nicht nur ein Verstoß gegen die ethischen Grundsätze des Pferdefreundes, sondern auch sehr kurz gedacht. Folgeschäden mit negativen Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit des Pferdes können nämlich aus dieser Handlungsweise resultieren.

Merke:
Die effektive Behandlung eines erkrankten oder verletzten Pferdes und dessen völliges Auskurieren kommen nicht nur dem Pferd zugute. Auch der Reiter kann sich sicher sein: Durch ein sorgfältiges und nachhaltiges Gesundheitsmanagement bleibt das Pferd lange einsatzbereit und leistungsfähig.

Weitere Informationen zum Thema Doping im Pferdesport finden Sie bei der FN unter http://www.pferd-aktuell.de/TOP-FN-Services/Fairer-Sport/-.5352/Fairer-Sport.htm. Dort finden Sie auch die ab dem 28. April 2011 gütligen Listen der Substanzen (gültig ab 28. April 2011)


Dopingsubstanzen
sind
- Stimulantien,
o wie z. B. Adrenalin, Amiphenazol, Amphetamin, Benzylpiperazin,
Bromantan, Cocain, Coffein, Dimethylamphetamin, Ephedrin,
Heptaminol, Mesocarb, Methylephedrin, Methylphenidat, Modafinil,
Pemolin, Pentetrazol, Selegilin, Strychnin
o und andere Substanzen mit einer ähnlichen chemischen Struktur oder
ähnlichen biologischen Wirkung(en)
- Sedativa und Narkotika,
o wie z. B. Acepromazin, Azaperon, Buprenorphin, Butorphanol,
Chlorpromazin, Clomipramin, Codein, Detomidin, Diazepam, Droperidol,
Etorphin, Fentanyl und seine Derivate, Fluoxetin, Flumazenil,
Flupentixol, Fluphenazin, Gabapentin, Ketamin, Levomethadon, Lithium,
Methadon, Morphin, Pentazocin, Pethidin, Phenytoin, Propofol,
Reserpin, Romifidin, Valerensäure, Xylazin, Zuclopenthixol
o und andere Substanzen mit einer ähnlichen chemischen Struktur oder
ähnlichen biologischen Wirkung(en)
- anabole Substanzen,
o wie z. B. Altrenogest, 1-androstendiol, 1-androstendion, Boldenon*,
Clostebol, Danazol, Dehydrochlormethyltestosteron, Dihydrotestosteron,
Gestrinon, Mestanolon, Methandriol, Nandrolon*, Stanozolol,
Testosteron*, Tetrahydrogestrinon, Tibolon, Trenbolon
o und andere Substanzen mit einer ähnlichen chemischen Struktur oder
ähnlichen biologischen Wirkung(en)
o sowie Selektive Androgen Rezeptor Modifizierende Substanzen
(SARMS)
o Beta 2 agonisten, wie z. B. Clenbuterol, Isoxsuprin, Salbutamol,
Zilpaterol
o und andere Substanzen mit einer ähnlichen chemischen Struktur oder
ähnlichen biologischen Wirkung(en)
*: Für diese Substanzen oder zugehörige Metabolite gibt es
geschlechtsspezifische Grenzwerte (s. u.)
- Diuretika oder andere maskierende Substanzen.
o Dies schließt Plasmaexpander (z. B. Glycerol, intravenöse Gabe von
Albumin, Dextran, Hydroxyethylstärke und Mannitol) und andere
Substanzen mit ähnlicher biologischer Wirkung mit ein.
o Diuretika schließen: Acetazolamid, Bumetanid, Ethacrynsäure,
Furosemid, Spironolacton, Thiazide (z. B. Chlorothiazid,
2
Hydrochlorothiazid) Traimteren mit ein
o sowie andere Substanzen mit einer ähnlichen chemischen Struktur oder
ähnlichen biologischen Wirkung(en)
- Peptidhormone, Wachstumshormone und verwandte Substanzen oder
Analoge,
dazu gehören u. a. die folgenden Substanzen und deren Releasing-Hormone
o Erythropoese stimulierende Agenzien (z. B. Erythropoetin (EPO),
darbEpoetin (dEPO) Methoxy-polethylenglycol-epoetin beta (CERA),
Hematid)
o Chorion Gonadotropin ((H)CG) und Luteinisierendes Hormon (LH)
o Insulin
o Corticotropine
o Wachstumshormon (GH), Insulin-like Growth Faktor-1 (IGF-1), Mechano
growth Factors (MGFs), Platelet-Derived Growth Faktor (PDGF) sowie
jeder andere Wachstumsfaktor, der die Proteinsynthese oder den
Abbau, die Gefäßversorgung, die Energieumsetzung, die regenerative
Fähigkeit oder die Faseranpassung von Muskeln, Sehnen oder Bändern
beeinflusst
o von Blutplättchen abgeleitete Aufbereitungen (z. B.: Platelet Rich
Plasma, PRP)
- Hormon Antagonisten und Modulatoren
o Aromatase Inhibitoren einschließlich, aber nicht beschränkt auf:
Aminogluthetimid, Anastrozol, Androsta-1,4,6-trien-3,17-dion
(Androstatriendion), 4-androsten-3,6,17-trion(6oxo), Exemestan,
Formestan, Letrozol, Testolacton
o Selektive Estrogen Rezeptoren Modifizierende Substanzen (SERMS)
einschließlich, aber nicht beschränkt auf: Raloxifen, Tamoxifen,
Toremifen
o andere antioestrogene Substanzen einschließlich, aber nicht beschränkt
auf: Clomiphen, Cyclophenil, Fulvestrant
o Agentien, die die Myostatin Funktion(en) verändern, einschließlich, aber
nicht beschränkt auf: Myostatin Inhibitoren
Grenzwerte gelten für:
- Testosteron:
* bei Wallachen: freies und konjugiertes Testosteron in einer Konzentration
von 0.02 Mikrogramm pro Milliliter Urin
* bei Stuten: freies und konjugiertes Testosteron in einer Konzentration von
0.055 Mikrogramm pro Milliliter Urin
- Estrandiol:
Bei Hengsten: freies und konjugiertes 5α-estrane-3β, 17α-diol: 0.045 Mikrogramm
per Milliliter Urin
- Boldenon:
Bei Hengsten: freies und konjugiertes Boldenon in einer Konzentration von
0.015 Mikrogramm pro Milliliter Urin
3
- Theobromin:
in einer Konzentration ab 2.0 Mikrogramm pro Milliliter Urin
- Cortisol:
in einer Konzentration ab 1.0 Mikrogramm pro Milliliter Urin
2. Verbotene Methoden
Verstärkung/Vermehrung des Sauerstoff Austausches
1. Blutdoping, einschließlich des Gebrauchs autologen, homologen oder
heterologen Blutes oder jeglicher Produkte, die rote Blutzellen beinhalten.
2. künstliche Verbesserung der Aufnahme, des Transports oder der Freisetzung
von Sauerstoff, einschließlich, aber nicht beschränkt auf
Perfluoroverbindungen, Efaproxiral (RSR13) und modifizierte
Hämoglobinprodukte (z. B. hämoglobin-basierte Blutersatzpräparate,
mikroeingekapselte Hämoglobinprodukte), ausschließlich supplementärer
Sauerstoffzufuhr
chemische und physikalische Manipulation
1. Das Beeinflussen oder der Versuch der Einflussnahme zur Veränderung der
Integrität und Verwertbarkeit von Proben.
2. intravenöse Infusionen, sofern sie nicht im Rahmen von Klinikaufenthalten
oder klinischen Untersuchungen stattfinden
3. jegliche Manipulation an einem Teil des Körpers zur Veränderung der
Sensibilität. Dies schließt ein, ist aber nicht beschränkt auf
a. Neurektomie an den Gliedmaßen
b. Hyper- beziehungsweise Desensibilisierung durch Irritantien u./o.
Rubefacientien, wie z. B. Senföle, Terpentine, Capsaicin sowie
synthetische Abkömmlinge (z. B. Nonivamid)
4. Tracheotubus
5. Stoßwellentherapie innerhalb von fünf Tagen vor der Wettkampfteilnahme
Gen Doping
1. der Transfer von Zellen oder genetischen Elementen (z. B. DNS, RNS,
Stammzell-Therapie )
2. der Gebrauch von pharmakologischen oder biologischen Agentien, die die
Gen Expression verändern (z. B. GW1516)